Moria Dance Theatre

Moria Dance Theatre
Foto: Hareth Almukdad

Kunst ist ein Mittel zur Kommunikation, Begegnung und Weitergabe von kulturellen und gesellschaftlichen Traditionen. Der Tanz, die Musik und das Lachen etwa werden von allen verstanden, ohne einer Übersetzung zu bedürfen. Auch dass sich die Welt infolge des technischen Fortschritts mittlerweile zu einem kleinen Dorf verwandelt hat, tut der Rolle der Kunst keinen Abbruch; vielmehr verändert sie sich dadurch. Durch die unterschiedlichen Kulturen, die die Geflüchteten mitbringen, wird immerzu von „Integration“ gesprochen. Das Wort bezeichnet das „Kennenlernen der Kulturen des Gastlandes“. Seither wurden sowohl auf staatliche als auch auf private Initiativen hin viele neue Organisationen und Vereine ins Leben gerufen. Viele verfolgen das Ziel, den Neuankömmlingen beim Einleben in die Gesellschaft des Gastlandes zu helfen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die schönen Traditionen, die die Immigranten aus ihren Heimatländern kennen, aufgegeben werden müssen.

Eine dieser Organisationen ist das Moria Dance Theatre, eine unabhängige Gruppe von jungen Leuten aus verschiedenen Ländern, die anderen ihre Kulturen näherbringen möchten. Noch nie zuvor bin ich einer solch unabhängigen Gruppe begegnet, die auf jegliche Unterstützung oder Finanzierung von außen verzichtet. Eigenfinanziert und mit persönlichem Einsatz, setzt sie darauf, andere vorurteilsfrei kennenzulernen.

Zum ersten Mal bin ich ihnen bei einem Sommerfest in Neukölln begegnet. Sie führten arabische und deutsche sowie zeitgenössische Tänze auf. Mir gefielen das Selbstverständnis und die kulturelle Vielfalt der Gruppe. Alle gemeinsam riefen sie: „Füreinander miteinander“, und das, obwohl sie unterschiedlicher Herkunft sind. Sie verbindet nicht nur ihre Liebe zum Tanz miteinander, sondern auch ihr Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben und der Begegnung aller Gesellschaften, unabhängig von ethnischer Herkunft, Glauben oder politischer Ansicht.

Das zu sehen, machte mich glücklich und ließ mich sicher sein, dass die Zukunft umso schöner sein wird, solange es eine Generation von jungen Leuten gibt, die anderen mit Offenheit und Akzeptanz begegnet.

Obwohl das Moria Dance Theatre erst vor ungefähr einem Jahr gegründet wurde, hat es bereits an einigen Festivals in und außerhalb Berlins teilgenommen und Tanzaufführungen in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften veranstaltet. Neue Mitglieder sind in der Familie Moria herzlich willkommen.

Mohamad Freijeh

Mohamad Freijeh ist 32 Jahre alt und arbeitet als Sozialbetreuer. Er ist in Tripoli im Libanon geboren. Seine Familie kam ursprünglich aus Palästina. Er hat das Moria Dance Theatre gegründet und ist Leiter und Trainer der Gruppe. „Unser Ziel ist, der Welt unsere Traditionen und Folklore zu präsentieren. Durch Kunst und Tanz wollen wir Freude verbreiten und zum Frieden beitragen.“

 

 

 

 

Ruba Abdalftah

Ruba Abdalfatah ist eine 19-jährige Schülerin. Sie ist Palästinenserin, die in Syrien aufgewachsen ist. „Ich tanze mit Moria seit sechs Monaten und arbeite gerne mit der Gruppe zusammen. Moria ist für mich wie eine zweite Familie, wir sind wie Geschwister.“

 

 

 

 

 

 

Silvia SanchezSilvia Sánchez ist 26 Jahre alt und kommt aus Madrid in Spanien. Sie lebt und arbeitet als Übersetzerin bei einem Berliner Start-up. „Ich tanze bei Moria seit fünf Monaten. Es ist für mich wie meine Familie: Man versteht sich zwar nicht immer, aber man bleibt trotzdem zusammen. Und mit vielen von unserer Musikgruppe kann man gar nicht sauer sein.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ihab Audeh
ist ein 21-jähriger Schüler. Er ist ebenfalls syrischer Palästinenser. „Ich tanze mit Moria seit zwei Monaten. Moria ist für uns ein Weg, um unsere Folklore in Deutschland zu zeigen. Aber es bedeutet auch, dass arabische und europäische Menschen zum selben Takt tanzen können.“

 

 

 

 

 

 

 

Estella-Maria Gawlik kommt aus Berlin. „Ich tanze seit sieben Monaten beim Moria Dance Theatre. Meine Leidenschaft für traditionelle arabische Musik und Folklore hat mich zur Gruppe geführt. Außerdem steht der Tanz für mich persönlich als Beitrag zur Unterstützung des Friedens im Mittleren Osten und für Verständnis zwischen Kulturen. Moria verbindet die Liebe zum Tanz und Freundschaft.“


Nureddin Abu Ghalon ist 28 Jahre alt und kommt aus Aleppo. „Mein Lieblingshobby ist das Tanzen, denn Tanzen ist für mich ein Mittel, den Körper mit dem Geist zu verbinden und die Gefühle der Seele durch die Körpersprache auszudrücken. Bei Moria versuchen wir als ein Geist und eine Seele und fern von ethnischen oder religiösen Kategorisierungen, der Welt mit unserem Tanz eine Botschaft zu vermitteln. Darüber hinaus helfen mir meine Kollegen bei Moria, die Distanz zu meiner Familie und Heimat zu ertragen.“

 

 

 

 

 


Sarah Lalee
ist 25 Jahre alt, lebt seit fünf Jahren in Berlin und studiert Natural Resource Management. „Ich liebe arabische Musik und bin über den orientalischen Tanz dazu gekommen. Mir gefällt an Moria, dass wir eine bunte Truppe mit unterschiedlichen Hintergründen sind. Diese Vielfalt passt zu Berlin und spiegelt sich in der künstlerischen Arbeit der Gruppe wider.“

 

 

 

 

 


Youssef Hamdan
ist 24 Jahre alt. Er ist in Syrien geboren und Palästinenser. Von ihm kam die ursprüngliche Idee, Moria zu gründen. Er ist einer der Trainer der Gruppe. „Tanzen ist für mich das primäre Ventil für meine Energie. Ich drücke mich dadurch aus und kommuniziere damit in verschiedenen Sprachen. Moria ist ein Fenster des Friedens in einer Welt voller Krieg. Zweck des Moria Dance Theatres ist es, Werte wie Toleranz, Liebe, Begegnung der verschiedenen Völker und Kulturen zu verbreiten.“

 

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