Ich bin Flüchtling

Gemälde (Ausschnitt): Razan Sabbagh

Ich bin Flüchtling

Das ist ein Wort für alle von uns
Kinder waren wir und gingen auseinander
Aus unseren Ländern sind wir geflohen
Von der Erde unserer Heimat wurden wir getrennt
Plünderungen waren unser Alltag Zukunft verblasste
Zwischen Vergangenheit und Erinnerungen
Bleibt die Heimat

Ich bin Flüchtling
Geflohen vor einem Krieg voller Panik
Verletzte, den ganzen Weg entlang
Menschen ohne Zufluchtsort
Gestoßen von Welle zu Welle
Ertrunken von Boot zu Boot
Wir hatten Wohnungen, die wir mit Leben füllten
Und mit einem Mal kam auf uns eine Misere zu
Ja, wir hatten
Unsere Träume
Unsere Überzeugungen
Unsere Kultur
Und getötet wurden wir und irrten umher
Wider unseren Willen

Ich bin Flüchtling
Ein Zustand, den jeder von uns kennt
Zwischen Gewehr und Granatsplittern
Im Krankenbett
Es wird geweint um jeden, der stirbt
Kinder werden zu Waisen
Verflucht wurde, was wir mit unseren Händen geschaffen.

Ich bin Flüchtling
Wir trugen auf unseren Schultern
Die Verletzten mit all ihren Bürden
Der Krieg ist nicht unserer mit seiner Last,
Doch es ist unser Schicksal zwischen dem Übel
Und den Gefängnissen der Kriegsgefangenen
Zu sein
Und wer von uns verschont ist, dem widerfährt Schmerz
Und was wir erlitten haben schmerzt so sehr, dass weder der Glanz noch die Freude
Des Lebens uns vergessen lassen werden
Denn stärker ist die Narbe im Herzen

Ich bin Flüchtling
Das ist ein Wort für alle von uns
Ein Zustand von jedem von uns ist das
Alle Augen sehen uns
Zwischen Massengräbern wurden wir begraben
Wurden wir getötet
Legten wir uns nieder …
Der Krieg ist nicht zu Ende,
Wir sind am Ende
Die Geschichte ist nicht zu Ende
Wir sind am Ende
Verflucht sein möge, was wir mit unseren
Händen geschaffen
Verflucht sein möge, was wir mit unseren Händen geschaffen …

Geschrieben von
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