Wie man Fake News erkennt

Grafik: Robert Jordan

Haben auch Sie schon mal irgendwo gelesen, Syriens Präsident Assad sei zurückgetreten oder der betagte ehemalige brasilianische Fußballspieler Pelé sei gestorben?

Fast jedem sind solche „Fake News“ bereits begegnet. Sie grassieren zu den verschiedensten Themenbereichen, sind als Wahrheit verpackt und werden mit voller Absicht gestreut. Sie verunsichern uns als Leser bewusst und manipulieren uns erfolgreich auf psychologischer Ebene. Der Zweck dahinter besteht in der Regel darin, Zwietracht zu schüren sowie Politiker und Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen, gemäß dem Motto „Divide et impera“ („Teile und herrsche“).

Dass dies funktioniert, beweist der Umstand, dass absichtlich eingesetzte Falschmeldungen Assad geholfen haben, an der Macht zu bleiben. Seine gezielte Art der Berichterstattung und Verbreitung von tendenziös und emotional formulierten Meldungen durch die von ihm kontrollierten Medien hat einen großen Teil dazu beigetragen, die Angst vor dem Terror auf der ganzen Welt allgegenwärtig werden zu lassen und ein negatives Islam-Bild zu forcieren. Die Folge sind sich weiter verstärkender Rassismus und zunehmende Gewalt überall auf der Welt.

Grafik: Robert Jordan

Vor allem die sozialen Netzwerke und das Internet helfen Fake News dabei, sich viral in Windeseile zu verbreiten – man denke nur an die vielen Infos und Meldungen, die in jeder einzelnen Sekunde von tatsächlich existierenden sowie erfundenen Personen geteilt werden. Firmen wie Google und Facebook arbeiten daran, die Fake-Accounts und Quellen, von denen aus Falschnachrichten mit Methode in Umlauf gebracht werden, zu löschen – mit mäßigem Erfolg.

Heutzutage kann jedermann FakeWebsites und Social-Media-Accounts erstellen und Falschnachrichten in die Welt setzen; am Ende stehen wir also umso mehr vor der Herausforderung, inmitten dieses gigantischen Ausmaßes an Nachrichten, Stories und Analysen die Wahrheit herauszufinden und Wege zu finden, wie wir die Glaubhaftigkeit von Nachrichten erkennen können.

Es empfiehlt sich, jede einzelne Nachricht und Story kritisch auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu hinterfragen – nur so können wir unserer Mitverantwortung gerecht werden, sie nicht weiterzuverbreiten. Hier einige Tipps.

Fünf Tipps zum Erkennen von Fake News

1. Unglaubwürdige Nachrichten sind voreingenommen, enthalten subjektive Aussagen und nicht nachprüfbare Fakten

Ganz gleich, um welche Art von Informationsmedium es sich handelt: Die veröffentlichte Nachricht sollte objektive Aussagen beinhalten, neutral formuliert sein und nachprüfbare Fakten enthalten – nur dann ist sie glaubwürdig. Sie sollte keinen hetzerischen Beigeschmack haben. Ist man von einer Nachricht nicht wirklich überzeugt, so sollte man überlegen, welches Motiv hinter deren Veröffentlichung steckt, und sie mit Vorsicht genießen.

2. Die Quelle von Berichten und die Vertrauenswürdigkeit des Autors berücksichtigen

Generell empfiehlt es sich, die Quelle eines Berichtes zu hinterfragen: Ist der Autor bzw. Journalist vertrauenswürdig? Im Zweifelsfall sollte man bei der betreffenden Quelle tiefere Nachforschungen anstellen.

3. Veränderte Domains erkennen

Professionelle Nachrichtenseiten den sozialen Netzwerken und im Internet haben ein individuelles Logo, arbeiten mit hochauflösenden Bildern, Infografiken und Diagrammen und verfügen über eine dauerhafte Internetdomain, die häufig auf .de, .com, .org oder .net endet (z.B. abcnews.com oder www.aljazeera. net). Wenn eine Domain offensichtlich verändert und beispielsweise zu abcnews.com.co abgeändert wurde, so lässt sich daraus schließen, dass es sich hierbei trotz der großen Ähnlichkeit zum Namen der originalen Domain um eine Fake-Seite handelt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit falsche Nachrichten verbreitet. Bei Facebook erkennt man offizielle Seiten beispielsweise an dem kleinen blauen Häkchen am Namen.

4. Im Zweifelsfall: Nachrichtenmeldungen vergleichen

Alle Nachrichtenplattformen veröffentlichen in der Regel ähnliche Medienmitteilungen. Wenn eine Plattform also als einzige eine bestimmte Nachricht in Umlauf bringt, so handelt es sich dabei entweder um eine Sensationsmeldung, oder aber an ihr ist überhaupt nichts dran.

5. Eine vertrauenswürdige Nachrichtenplattform finden

Es ist ratsam, eine oder mehrere vertrauenswürdige Plattformen und Webseiten zu finden, um die für einen persönlich interessanten Geschehnisse zu verfolgen, ganz gleich, ob politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Art.

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