2028 – Ein Tag in meinem Leben: „Ready to take off”

Es ist Montag, der 11. Mai 2028. Ich wache auf mit einem Lächeln auf den Lippen, da ich weiß, dass mich heute etwas ganz Besonderes erwartet. Nachdem ich geduscht und mir die Zähne geputzt habe, gehe ich noch kurz in mein home
office. Dort hängen meine Zertifikate an der Wand. Links oben der Bachelor in Logistik Management, daneben ist mein Master für Luft- und Raumfahrttechnik. Ich hole mein Flugbuch, wo ich alle meine Flüge eintrage, um meine Flugstunden zählen zu können. Wie fast jeden Tag ziehe ich mir meine Pilotenuniform an. Heute fühlt sich das aber ganz neu an, vielleicht, weil ich auf meinen Schultern nun vier statt drei Streifen tragen darf. Seit drei Tagen freue ich mich schon ganz besonders auf diesen Tag, denn es ist mein erster Flug als Kapitän und nicht mehr als Co-Pilot.
Ich frühstücke noch schnell, und dann fahre ich los. Schon bei der Ankunft am Flughafen fühle ich mich anders. Ich treffe meinen heutigen Co-Piloten. Nachdem wir uns die Fluglinie und das Wetter genauer anschauen, prüfen wir, wie viele Passagiere heute mit uns fliegen werden. Dann treffen wir unsere Cabin-Crew mit 38 Flugbegleiter*innen; nicht ungewöhnlich für den Airbus A480, das größte Passagier-Flugzeug der Welt. Als Kapitän erkläre ich meiner Crew den
Ablauf und informiere sie, wo auf unserem Weg Turbulenzen zu erwarten sind. Nach einer halben Stunde machen wir uns auf den Weg zum Flugzeug. Ich gehe in meine Kabine, und zum ersten Mal nehme ich als Pilot auf dem linken Sitz platz. Nachdem alle Passagiere ihre Plätze eingenommen haben, gebe ich den Befehl zum Anschnallen. „We are ready to take off“, sagt mein Co-Pilot. Nach acht Stunden Flug erreichen wir endlich unser Ziel. Hier in Los Angeles bleibe ich noch zwei Tage, bevor ich wieder nach Hause fliegen werde. Ich gehe in mein Hotelzimmer, ziehe mich um und schlafe schnell ein. Es war ein langer und aufregender Tag. Ich bin die Zeitverschiebung noch nicht gewöhnt, aber in drei Tagen werde ich wieder fit sein.

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