Editorial | Zukunft

In ihrer Zukunftsvision für das Jahr 2028 blättert unser Redaktionsmitglied Raha in ihrem Tagebuch und erinnert sich an Tage voller Höhen und Tiefen, die sie zu einer glücklichen Zukunft geführt haben. Foto: Juliane Metz

Wie stellen wir uns unsere Zukunft in zehn Jahren vor?

Anlass für diese Frage war die Diskussionsrunde „Integration im Dialog“, die im letzten Winter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf veranstaltet wurde.

Die kulturTÜR war als eines von drei Projekten eingeladen, sich vorzustellen. Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit dem zukünftigen Integrationsleitbild in Steglitz-Zehlendorf und fragte, wie es hier in zehn Jahren aussehen soll. Dabei ging es um die interkulturelle Öffnung im Zusammenspiel von Verwaltung, Initiativen, Vereinen und Geflüchteten. Unser Eindruck war, dass außer den Mitmachern von der kulturTÜR kaum Geflüchtete an der Veranstaltung beteiligt waren.

In der Redaktion nahmen wir dies zum Anlass zu fragen, wie wir selbst uns unsere Zukunft in zehn Jahren in Deutschland vorstellen. Dabei wollten wir darstellen, was wir gerne machen würden, wenn sich für uns alles optimal entwickelt. Wir nahmen also unser Leben ins Visier, wie wir es uns wünschen. Die Visionen wurden aufgeschrieben und anschließend laut vorgetragen. Waren das tolle Geschichten! Neben Journalisten und Fotografen gab es bekannte Dichter, Schriftsteller mit eigenen Verlagen, Gesundheitstherapeuten …

Dann kam der nächste Schritt: die Frage der Veröffentlichung. Hier zögerten dann doch viele, mit ihren großartigen und sehr persönlichen Geschichten an die Öffentlichkeit zu treten. „Weiß ich überhaupt, ob ich dann noch hier sein werde?“ Viel zu unsicher scheint die aktuelle Situation noch, und plötzlich schien manch einem die eigene Phantasie viel zu wagemutig. Viel zu beschäftigt noch mit den Problemen der Gegenwart bleibt für die leuchtende Zukunft kaum Kraft.

Die Geschichten einiger mutiger Autorinnen und Autoren stellen wir in dieser Ausgabe vor! „Inshallah“ fügt man im Arabischen bei, wenn man von der Zukunft spricht: so Gott will.

Die kulturTÜR-Redaktion

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