Eine leuchtende Zukunft

Foto: Mouod Ghaffarkhani

 Unbeirrt eine Hürde nach der anderen überwinden

Seitdem ich meinen Fuß auf deutschen Boden gesetzt habe, ist mein Blick trotz allem Kummer, den ich gegenwärtig noch habe, auf die Zukunft gerichtet. Ich weiß, dass der Aufbau einer besseren Zukunft mit viel Fleiß verbunden ist. Mit jedem Schritt den ich mache, plane ich meine Zukunft.

Ständig führe ich Selbstgespräche und stelle mir eine Zukunft vor.

Kurz gesagt, träume ich jeden Tag vor mich hin, und wenn ich wieder zu mir komme, sehe ich, dass ich den ganzen Tag in der Zukunft verbracht habe und gar nichts von der Gegenwart mitbekommen habe. Meine Gedanken sind nur mit diesem Thema beschäftigt, und das führt dazu, dass ich die Gegenwart verpasse. Das ist eine schwierige Situation, denn so kann ich die Gegenwart nicht genießen. Es ist also dringend nötig, dass ich meine Gedanken sortiere und meine Schritte achtsamer gehe, statt immerzu an die Zukunft zu denken.

Im Iran habe ich Management und Rechnungswesen studiert und nach meinem Studium mehr als zehn Jahre in Teheran gearbeitet. Mein Chef war ein wundervoller Mensch, der jedem Mitarbeiter Wertschätzung entgegenbrachte. Er ist mir mit der Art, wie er mit den Mitarbeitern umging, ein echtes Vorbild geworden. Ich wünschte mir, wie er zu sein, selbst eine große Produktionsfabrik zu besitzen und auf diese Weise zur Wirtschaft meines Landes beizutragen.

Allein auf dem Weg in die Zukunft

Auf meinem Weg gibt es viele Hürden. Die entscheidenden sind für mich das Studieren und das Arbeiten in der deutschen Sprache. Was mir wirklich fehlt, ist ein guter Berater an meiner Seite. Ich bin weit weg von meiner Familie – aber sie könnte mir auch nicht helfen, weil sie nicht über die nötigen Kenntnisse über Deutschland verfügt, so kann sie mich auch telefonisch nicht beraten. Ich habe mich im letzten Jahr an mehrere Beratungsstellen gewandt, um mich auf der Grundlage meiner iranischen Studienabschlüsse hinsichtlich meiner beruflichen Zukunft beraten zu lassen. Wäre es gut, an einer Uni weiter zu studieren? Oder sollte ich vielleicht doch besser eine Ausbildung beginnen? Da mir ein gehobener sozialer Status und ein gutes Einkommen sehr wichtig sind, wollte ich von Anfang an meine Schritte entsprechend planen. Da ich aber noch kein Deutsch sprach, konnten mir die Beratungsstellen nicht wirklich helfen. Sie schlugen mir vor, erst einmal die deutsche Sprache zu lernen, meine Universitätsabschlüsse übersetzen zu lassen und diese dann der zuständigen Anerkennungsstelle vorzulegen.

Inzwischen beherrsche ich die deutsche Sprache auf Mittelstufenniveau. Meine Unterlagen sind übersetzt, und ich warte derzeit auf die Anerkennung. Es macht mir ziemlich Sorge, dass meine Universitätsabschlüsse hier in Deutschland eventuell nicht anerkannt werden. Dies würde bedeuten, dass ich nochmal ganz von vorne anfangen müsste. Trotzdem muss ich mich bemühen, möglichst unbeirrt eine Hürde nach der anderen zu nehmen, und den Glauben an eine leuchtende Zukunft bewahren. Meinen Weg dorthin muss ich allerdings alleine gehen.

Das Ziel formulieren

Um eine positive Zukunft zu erreichen, muss man von dieser zunächst eine genaue Vision haben. Wenn das Ziel hoch gesteckt ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch die zu bewältigenden Herausforderungen auf dem Weg dorthin groß sein werden. Aber man sollte all diese Probleme als Chancen begreifen. Ziele und Gedanken sollten übereinstimmen, und man sollte einem gut durchdachten Plan folgen und sich mit Fleiß bemühen, um das auserwählte Ziel schnellstmöglich zu erreichen. Meiner Meinung nach erntet jeder das, was er sät. So ist auch die Zukunft eines jeden Menschen abhängig von der Quantität und Qualität seiner Bemühungen. Ich schaue in die Vergangenheit und sehe meine Arbeitserfahrungen, meine Fähigkeiten, Talente. Aber auch meine Wünsche, welche ich mir in meiner Heimat nicht erfüllen und verwirklichen konnte. Mein erster und größter Wunsch ist es, eine Wohltätigkeitsorganisation zu gründen und damit Menschen in Not zu helfen. Denn es ist mir ein Herzensanliegen, dass es irgendwann auf der ganzen Welt keinen hilfsbedürftigen Menschen mehr geben soll.

Im Großen und Ganzen bin ich hinsichtlich meiner Zukunft in Deutschland optimistisch. Im Iran war ich sehr erfolgreich. Und auch hier in Deutschland werde ich mit genügend Fleiß eine leuchtende Zukunft haben.

Für mich gibt es nichts, was unmöglich ist!

Geschrieben von
Mehr von Khatereh Rahmani

Kaschk Bademjan (Auberginendipp)

Ein Rezept von Khatereh Rahmani Kaschk Bademjan ist ein traditionelles iranisches Gericht,...
mehr