Nachts weinen und am Tag lachen

Foto: Hareth Almukdad

Wie Katzen tigern wir anfangs ohne Ziel umher. Die Zeit verrinnt, während wir nach einem geeigneten Weg suchen, der uns zum Ziel führt: in die Zukunft unserer Träume.

Jede(r) von uns kann sich ausmalen, wie seine bzw. ihre Zukunft in zehn Jahren aussehen könnte. Wer werde ich sein, welchen Beruf werde ich ausüben? In einem neuen Land ist der Weg in die Zukunft möglicherweise holperiger. Dennoch ist es nicht unmöglich, sich eine positive Zukunft aufzubauen. Immer wieder gehen wir dabei weit in die Vergangenheit zurück und erforschen die Bilder unserer Erinnerung. Das Leben gebar uns mit einem Schrei und warf uns ins Elend. Gibt es irgendwo in uns einen erkennbaren Weg zu den Sternen?

Berlin: Mein eigener erster Schritt in die Zukunft war es, meine Gedichte zu veröffentlichen, um den Schreien der Kinder, die in Syrien im Krieg zurückbleiben mussten und die ohne Zukunft sind, eine Stimme zu geben.

Vom Ende des Weges in die Zukunft höre ich einen Ruf. Er klingt nach dem Schreien von Kindern aus den Untiefen der Zerstörung, sie rufen nach dem Himmel, in dem die Hoffnungen hängen: unerreichbar. Dieser Weg führt ins absolute Nichts. Unsere Väter, Mütter und Vorfahren haben uns Lehren erteilt. Und wir haben die Lehren der zerstörten Städte vernommen: von einem Blinden auf Krücken, die von der Asche porös sind.

Führt dieser Weg ins Unbekannte? In die Verlorenheit einer Fata Morgana in der Wüste, in der sich urplötzlich alles vermischt?

Im Herzen der Ägäis, im Meer zwischen Izmir und Griechenland, entschied sich meine Zukunft zwischen den Wellen. Ich gehörte zu den Glücklichen, die dem Tod entrinnen konnten und den Weg in die Zukunft weitersuchen dürfen. Viele andere jedoch haben bedauerlicherweise ihr Leben und ihre Zukunft im Herzen des Meeres verloren.

Wieder Berlin: ich schlug meinen Weg in eine positive Zukunft ein.

Bereits nach den ersten Schritten begann eine kurvenreiche Strecke voller trauriger Erinnerungsmomente, die mich wie Stromschläge durchfahren. Schockiert steht man in solchen Momenten wie an einem Abgrund, in den Träume und Hoffnungen hineinzufallen und in dem sie zu zerschellen drohen

Auf diesem hindernisreichen Marsch in die Zukunft ist die Angst vor dem Abgrund ständig präsent. Aber Träume erweitern sich in den Armen des Lichts, und Wege weiten sich aus in der Stille der Dunkelheit. Welcher Weg führt in die Welt? Wie verläuft der Weg zum Licht?

Und nochmal Berlin: Danke Berlin. Die Zukunft erfordert große Mühe, und man kann nachts weinen und am Tag lachen. Du wirst deine Zukunft gestalten – zehn Jahre sind kurz und lang zugleich! Trink eine Tasse Erfolg! Bleib standhaft deinen Träumen treu. Verlasse den Weg des Scheiterns, und ab in die Zukunft!

Geschrieben von
Mehr von Osman Sana

Herbst in Berlin …

Für einige ist er die schönste Jahreszeit überhaupt, weil er im Vergleich...
mehr