Asambura

Konzert des Esembles Asambura in der Apostel- Paulus-Kirche in Berlin- Schöneberg. Foto: Mark Abdelnour

Ein Musiker-Ensemble mixt Stilelemente aus verschiedenen Kulturen

Im Sommer durfte ich bei einem Konzert des Asambura-Ensembles in Berlin dabei sein. Das Programm bestand aus zwei neuen Kompositionen, in denen Elemente aus Richard Wagners „Ring der Nibelungen” und einem Abschnitt von Cesar Francks Violinsonate verarbeitet wurden. Im Stück Braadi Cardia wurde letzteres extrem verlangsamt wiedergegeben.
Neben den mächtigen sphärischen Klängen, beindruckten mich vor allem die sehr ungewöhnlichen Instrumente, wie die orientalische Kastenzither, Kanun (bzw. Ghanun, al-qānūn) genannt. Mit dem Solo des Kanuns, das eine ganz besondere Stimmung im Schiff der Apostel Paulus-Kirche weckte, spürte der Komponist und Dirigent Maximilian Guth neue Klangarten auf und präsentierte bekannte Stücke auf eine ganz andere Weise.

Die Idee zum Asambura-Projekt entstand im Jahr 2013 auf einer Reise der beiden Gründer Maximilian Guth und Lennart Smidt nach Tansania. Dort schrieben sie traditionelle Lieder des Dorfes um, in dem sie zu Gast waren. Dabei entstanden ganz neue Arrangements.

Das Wort Asambura besteht aus zwei Vokalwechseln des ursprünglichen Wortes Usambara, einem Berggebiet im Nordosten Tansanias. Dieser Vokaltausch steht für den spielerischen Umgang mit den Einflüssen verschiedener Kulturen auf ihre Musik.

2015 komponierte Maximilian im Auftrag der Evangelischen Kirche ein Stück von Georg Friedrich Händel um und vermischte es mit Elementen aus der afrikanischer Musik. Dafür gründete er das Ensemble neu und bezog junge Musiker unterschiedlichster Stilrichtungen und Nationalitäten ein. Vor allem griff er auf Instrumente mit einer dunklen und warmen Klangfarbe zurück. Bei den Blasinstrumenten sind das zum Beispiel Bassflöten, Bassklarinetten, Kontrafagott und die Posaune, aber auch Saiteninstrumente.

Als europäischem Komponisten fiel es ihm nicht leicht, afrikanische Musik, ohne Klischees zu bedienen (wie dies etwa beim „König der Löwen” der Fall ist). Nachdem er sich intensiver damit befasst hat, gelang ihm, mit seiner Komposition die Vielfalt der tansanischen Musik zu zeigen.
Für ihn ist Asambura „ein Ensemble aus jungen Musikerinnen und Musikern, die sich immer im Grenzbereich zwischen dem Eigenen und dem Fremden befinden“. Ihm ist wichtig, dass das Fremde in seiner Andersartigkeit nicht eingeebnet wird. Stattdessen soll durch die Begegnung eine Brücke zum Eigenen geschaffen werden und eine Vision für das Miteinander verschiedener Kulturen entstehen.

Schlagworte dieses Artikels
,
Geschrieben von
Mehr von Mark Abdelnour

Humor, Lachen und wilde Pausen

Der herausfordernde Alltag der Lehrerin einer Willkommensklasse Conny Bergengrün unterrichtet seit 2015...
mehr