Mangelnde Gleichberechtigung

Foto: Tine Frank
und deren Überwindung durch internationale Solidarität

Seit meiner Kindheit sind mir die unterschiedlichen Rechte von Frauen und Männern vertraut. Mein Vater hätte lieber einen Jungen gehabt. Das ist der erste Grund, warum ich diesen Unterschied bemerkt habe. Selbstverständlich kämpfe ich bis zum heutigen Tag in meiner Familie für die Gleichberechtigung, aber ohne großen Erfolg. Warum sollen wir von Frauenrechten reden? Warum nicht von Menschenrechten?

Ist es nicht so, dass die Frauen die Hälfte der menschlichen Gesellschaft ausmachen? Aber warum haben sie nicht die gleichen Rechte wie Männer bekommen? Warum haben Frauen in manchen Gesellschaften gar keine Rechte?

In der Vergangenheit wurde das Vorenthalten von Frauengrundrechten mit Tradition, Kultur und Religion begründet. Im Laufe der verschiedenen politischen und historischen Epochen veränderten sich die Frauenrechte. Der Blick in die Menschheitsgeschichte macht die Unterdrückung der Frauen in verschiedenen Zeiten und Gesellschaften sichtbar. Das „lebendig Begraben“ von Mädchen und Frauen in der Vergangenheit oder Grausamkeit und Zwang, die noch heute in vielen Gesellschaften herrschen, sind Beispiele einer historischen Unterdrückung, welche Frauen in traditionellen und religiösen Gesellschaften erlebt haben.

Aus meiner Sicht haben in Wirklichkeit der Analphabetismus, das Befolgen von Traditionen, der Aberglaube und die Unwissenheit zu einem ausgeprägten Patriarchat in der Familie und in vielen Gesellschaften geführt. Aus diesem Grund werden Frauen ihre Grundrechte vorenthalten. Der geringere Bildungsstand der Frauen, Armut und sexuelle Diskriminierung führen zu Problemen wie der Zwangsehe noch vor der Pubertät. Dies schafft wiederum ungünstige Bedingungen und einen niederen Wohlstand in der Gesellschaft.
Diese Frauen bekommen zwangsweise Kinder und können sich in der Folge weder weiterbilden noch einen Beruf ausüben. Sie sind in jeder Hinsicht von ihren Männern abhängig. Diese Frauen sind wie Dienerinnen für ihre Männer.

Foto: Tine Frank

So setzt sich dieser Zustand durch die Generationen hinweg fort: Sie sind in der Familie benachteiligt als Töchter, Ehefrauen und Mütter. Obwohl sich die Situation in manchen Länder schon verbessert hat, Frauen studieren und arbeiten dürfen, sind sie noch lange nicht gleichberechtigt. Von manchen Berufen sind Frauen ausgeschlossen. Sie dürfen ihren Verdienst nicht selber ausgeben. Oft arbeiten sie deutlich mehr als die Männer, verdienen aber weniger. Neben ihrem Beruf tragen sie die Verantwortung für die Kinder und den Haushalt. Auch erhalten sie weniger Gehalt als Männer. In manchen Gesellschaften haben Frauen kein Scheidungsrecht. Das heißt, dass diese Frauen selbst unter schlimmsten Bedingungen, wie z.B. als Opfer von Gewalt und Folter, nicht das Recht zu einer Scheidung haben. Wenn eine Frau die Chance hat, sich aus einem solchen chaotischen Leben zu befreien, muss sie Angst davor haben, dass ihre Familie und Angehörigen sie dafür ablehnen. In diesen Gesellschaften gibt es einen großen Unterschied zwischen dem sozialen Stand und den Rechten von Frauen und Männern. Frauen finden weniger Beachtung. Sie können nicht selbstständig über ihr Leben entscheiden.

Wo soll sich eine Frau Schutz suchen? Von wem sollen sie ihre Grundrechte verlangen? Die Frauen auf der Welt brauchen eine weltweite Einigkeit, damit sie überall für ihre Gleichberechtigung kämpfen können. Durch diese länderübergreifende Solidarität können die Frauen in fortschrittlicheren Ländern ihre gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, um die Frauen in anderen Ländern zu unterstützen und deren Rechte zu stärken.

Geschrieben von
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