Editorial |  Einblicke

Am 25. November 2015 setzten Hareth und Hiba in einem Schlauchboot von der Türkei auf die Insel Lesbos über. Das Bild zeigt das Paar nach seiner Ankunft im Hafen der Inselhauptstadt Mytilini. Foto: Privat

Drei große Wünsche begleiten nicht nur unsere Autor*innen, sondern den Großteil der nach Deutschland geflüchteten Menschen auch nach mehreren Jahren noch immer: Die deutsche Sprache so gut beherrschen, dass man sich mühelos verständigen kann. Eigene vier Wände bewohnen. Einen erfüllenden Job ausüben. Unsere Autor*innen geben einen Einblick in ihre aktuelle Situation. Der Realitätscheck, dem sie sich im Zuge dessen unterzogen, zeigt: Es geht voran, aber vielfach doch sehr schleppend. Immer wieder müssen Träume aufgegeben werden.

In der Redaktion sind wir uns nach wie vor einig, dass jede Begegnung zwischen den Kulturen bei allen Verständnisschwierigkeiten und Irritationen eine große Bereicherung ist. Wir spüren das in jeder wöchentlichen Redaktionssitzung, wenn wir zusammensitzen, diskutieren und gemeinsam lachen. Dass es mehr Verbindungen gibt, als einem häufig bewusst ist, zeigt zum Beispiel der Beitrag von Yvonne Schmitt über die Herkunft vieler Wörter der deutschen Sprache aus dem Arabischen. Und Goethes Liebe zu den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht hatte weitreichende Folgen… aber lesen Sie selbst!

Es ist ein ganz besonders persönliches Heft geworden. Dass es vielleicht das persönlichste der bisher erschienenen Ausgaben ist, liegt auch am Titelbild und der zugehörigen Titelstory. Am 25. November jährte sich der Tag der traumatischen Überfahrt von Hareth Almukdad und seiner Frau Hiba Hamdan über das Meer. Jetzt, nach drei Jahren, ist für ihn der Zeitpunkt gekommen, uns und unsere Leser*innen an diesem dramatischen Erlebnis teilhaben zu lassen. Und stellvertretend einen ganz besonderen Einblick zu geben: nämlich in die einschneidenden, häufig traumatischen Momente, die viele Geflüchtete während der Reise nach Europa erlebten. Den Moment ihrer glücklichen Ankunft haben sie mit dem Handy festgehalten.

Die kulturTÜR-Redaktion

Schlagworte dieses Artikels
, ,
Geschrieben von
Mehr von Redaktion

Lesung 2018

kulturTÜR-Lesung Die kulturTÜR ist ein Magazin von, mit und für Geflüchtete und...
mehr