KINDERSEITE | Berlin: Hauptstadt der Wildschweine

Foto: Juliane Metz; Wildschwein: R_K_B_by_Denise_pixelio.de

Berlin ist eine äußerst attraktive Stadt, nicht nur für Menschen, sondern auch für ein ganz bestimmtes Tier: das Wildschwein! Es wird geschätzt, dass 3.000 bis 5.000 Tiere im Stadtgebiet leben. Besonders in den Bezirken am Stadtrand – wie Zehlendorf, Wannsee, Spandau und Köpenick – sind sie zu Hause. Sogar auf dem Alexanderplatz sind schon Wildschweine gesichtet worden! Das ist allerdings schon 15 Jahre her. In Steglitz-Zehlendorf leben ganze Rotten (so nennt man eine Gruppe von Wildschweinen). Sie halten sich entlang großer Straßen, in Parks, auf Friedhöfen, Spielplätzen und in privaten Gärten auf und suchen dort nach Futter, vorwiegend nach Würmern, Wurzeln, Blumenzwiebeln, Gartenabfällen und Essensresten, denn sie sind Allesfresser. Mit ihren kräftigen Rüsseln machen sie vor nichts Halt: Sie durchwühlen liebevoll angelegte Vorgärten, Blumenbeete, Rasenflächen und sogar Gräber. Hinterher sieht alles aus wie ein Schlachtfeld. Wildschweine sind sehr intelligent: Sie merken sich genau, wo sie zuletzt Futter gefunden haben, finden wieder dorthin zurück und geben diese Information an andere Wildschweine weiter. Sie sind nur sehr schwer durch Zäune abzuhalten und können diese einfach aus der Verankerung heben oder darüber springen! Sie können auch lernen, Türklinken zu drücken und Mülltonnen zu öffnen. Von Natur aus sind Wildschweine eigentlich menschenscheu. In der Stadt aber haben sie vielfach die Scheu verloren. Das ist nicht ganz ungefährlich: Eine direkte Begegnung mit einem Wildschwein oder gar einer ganzen Rotte ist mit Vorsicht zu genießen, vor allem wenn Frischlinge, also junge Wildschweine, dabei sind. Denn wenn die Wildschwein-Mama eine Gefahr für ihre Kinder wittert, geht sie zum Angriff über. Deshalb solltest du unbedingt Abstand halten! Du kannst versuchen, eine Rotte mit lautem Rufen und Klatschen zu verscheuchen. Wenn es gar nicht anders geht, wird einer der 30 Stadtjäger gerufen, die es in Berlin gibt. Das ist oft die einzig wirksame Methode, die Schweine wieder loszuwerden; denn wenn ein Wildschwein geschossen wurde, merken sich das die anderen Tiere und meiden den Ort fortan. Ganz schön schlau, oder?

Ein Schild am Tor des Onkel-Tom-Friedhofs in Zehlendorf weist auf die Gefahr durch Wildschweine hin. Foto: Juliane Metz

STECKBRIEF

Deutscher Name: Wildschwein
Keiler (männliches Wildschwein), Bache (weibliches Schwein), Frischling (Wildschweinkind im ersten Lebensjahr)
Alter:        bis zu 20 Jahren
Gewicht:  50 bis 300 kg
Größe:     Körperlänge 130 bis 250 cm, Schulterhöhe bis ca. 110 cm

 

 

 

 


WUSSTEST DU SCHON, …

.. dass kleine Wildschweine Streifen im Fell haben? Damit sind sie im Wald besser getarnt. Nach einigen Monaten bekommen die Tiere ein einheitlich dunkelbraunes Fell.

… dass Wildschweine Waffen besitzen? „Gewaff“ nennt man die oberen und unteren lang gebogenen Eckzähne, die zum Angriff oder zur Verteidigung dienen.

… dass Wildschweine schlecht Farben sehen, aber sehr gut riechen können? Sie erschnüffeln bis zu zwei Kilometer weit entfernte Eicheln oder Regenwürmer im Boden!

… dass Wildschweine hervorragend schwimmen können und sehr schnelle Läufer sind? Sie schaffen es auf bis zu 50 Stundenkilometer!

… dass das Füttern von Wildschweinen verboten ist und sogar mit einer Strafe bis zu 5000 € bestraft werden kann? Durch das Füttern werden nämlich immer mehr Wildschweine in die Stadt gelockt, die zunehmend die Scheu verlieren.

 

 

 

 

 

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