kulturTÜR goes Kiez

Susanne Strätz (Villa Mittelhof), Rita Zobel, Hareth Almukdad und Mortaza Rahimi von der kulturTÜR eröffnen die Lesung im bis auf den letzten Platz besetzten Café der Villa Mittelhof Foto: Juliane Metz

Erste Lesung in der Zehlendorfer Villa Mittelhof ein voller Erfolg

Ein Gastbeitrag von Cora Müller

   An einem Freitagnachmittag im Advent, dann, wenn sich die meisten Menschen ins Wochenende zurückziehen und zur Vorweihnachtszeit mit allerlei Vorbereitungen beschäftigt sind, findet die erste Lesung der kulturTÜR in der Villa Mittelhof in Zehlendorf statt. Ich gebe zu, ich hatte so meine Zweifel, was die Terminwahl anging, aber meine Überraschung über die Vielzahl der Besucher schon deutlich vorm Beginn ist nur noch durch den steten Zustrom während der Lesung zu steigern.

Einige Gäste stehen während der gesamten Veranstaltung und hören intensiv zu, wenn die Vortragenden in ihrer Muttersprache von ihrer Flucht, den heutigen Lebensumständen und ihren Zukunftsvisionen berichten.

Auf einer Leinwand werden die Texte simultan auf Deutsch zum Mitlesen eingeblendet. Die verschiedenen Autoren und Autorinnen haben ganz unterschiedliche Texte verfasst für die letzten Ausgaben des Magazins, das vierteljährlich erscheint und kostenlos im Bezirk verteilt wird: vom autobiographisch geprägten Bericht bis zur Lyrik ist alles vertreten.

Als besonderes Highlight tragen viele der Verfasser ihre Texte auch auf Deutsch vor – das beeindruckt die Zuhörer enorm, die den Mut mit großem Applaus belohnen. Einige der Vorträge nehmen die Zuhörer sehr mit, nachdenkliche Gesichter und sogar Tränen sind zu sehen. Trotzdem ist die Stimmung hoffnungsvoll und nicht zuletzt dank des traditionell zubereiteten Tees und kleiner Snacks von Elyas Hannoun (BAB KISAN) mit positiver Energie aufgeladen.

Und nachdem die Musik von Zobeyr Sarvari & Friends erklingt, wird aus der Lesung ein ausgelassenes Fest. Die Redaktion der kulturTÜR kann mit der Veranstaltung ihrem eigenen Anspruch gerecht werden, eine offene Tür zum Dialog und zum Miteinander zwischen Geflüchteten und ihren Nachbarn unterschiedlichster Herkunft, Sprache und Religion zu schaffen. Der Bedarf für einen Austausch ist groß, und so ist zu hoffen, dass es bald eine nächste Veranstaltung geben wird.

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