Immer wieder neue Ziele…

Ich persönlich finde das Wort Partizipation besser als das Wort Integration. Als ich in Deutschland ankam, war mein erstes Ziel, die Sprache zu lernen. Sie ist der Schlüssel zu allem im neuen Land. Doch wegen der Überlastung des BAMF und der Ausländerbehörde musste ich ein Jahr warten, bis ich eine Sprachschule besuchen konnte. Ich musste nur sitzen und warten. Ich entschied mich jedoch, nach einer anderen Möglichkeit zu suchen, um die Sprache und die neue Gemeinschaft kennenzulernen. Ich wollte nicht herumsitzen und auf meine Aufenthaltserlaubnis warten, die sich möglicherweise noch weiter verzögern würde.
Über einen Bekannten lernte ich schließlich das KulturTÜR-Magazin kennen. Dort nahm man meine Unkenntnis über die Grundlagen des Deutschen in Kauf, und meine Kolleg*innen halfen mir bei meinen ersten Versuchen mit dem Erlernen der Sprache.
Der wöchentliche Besuch der Redaktionssitzung war der erste Schritt, die Sprache zu lernen und meine Angst zu sprechen zu durchbrechen. Durch das Magazin habe ich an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen, und mein soziales Netzwerk begann sich zu erweitern, und gleichzeitig begann sich meine deutsche Sprache zu verbessern. Dann bekam ich einen befristeten Aufenthalt, so dass ich endlich auch Sprachkurse besuchen konnte. Ich musste zwar nicht bei Null anfangen. Dennoch verstand ich nur ein Viertel und manchmal noch weniger der Dialoge in den Sitzungen.
Fast ein Jahr später bekam ich im Magazin einen kleinen Job als Bildredakteur und einen weiteren kleinen Job als Fotograf in einer Flüchtlingshilfsorganisation. Dadurch konnte ich auf einen großen Teil der finanziellen Hilfe verzichten. Und hier begannen meine ehrgeizigen Ambitionen, die deutsche Sprache auf einem höheren Niveau zu sprechen. Ich hoffe das hilft mir, mein Ziel zu erreichen: das Recht auf einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland.
Durch die politischen Veränderungen in Deutschland und ganz Europa wird meine Situation wieder instabil, weil meine Aufenthaltserlaubnis in einem Jahr ablaufen wird.
Nach drei Jahren in Deutschland bedeutet Partizipation für mich drei Dinge:
Die Sprache beherrschen, eine Arbeit in Vollzeit finden und mir Kenntnisse der Gesetzmäßigkeiten und Kultur der neuen Gesellschaft aneignen.

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