Mit dem Mut der Verzweiflung

Frauen in Herat bei der Wahl des afghanischen Präsidenten. Foto: Elaha Sahel
Demokratie praktizieren, um die Krise zu überwinden!

Achtzehn Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan gingen die Menschen letzten Monat zum vierten Mal zur Wahl, um ihren nächsten Präsidenten zu wählen. Und Trotz der Sicherheitsbedrohungen haben sie wunderschöne Szenen der Demokratie hervorgebracht.

Die afghanische Präsidentschaftswahl in diesem Jahr war für die Bevölkerung Afghanistans von großer Bedeutung. Die Wahlen fanden inmitten der neunmonatigen US-Taliban-Friedensgespräche statt. Die unklaren und verdächtigen Verhandlungen, die das afghanische Volk beunruhigten. Afghanistan war kurz vor der Rückkehr des Taliban-Regimes; ein Albtraum für alle Afghanen. Denn es sah so aus, dass für die USA nichts wichtiger als ein stressfreier Rückzug aus Afghanistan war. Sogar mit dem Preis, dass sie Afghanistan an die Terrorgruppe Taliban übergeben.

Glücklicherweise endete mit der Niederlage der Verhandlungen zwischen den Taliban und den USA auch der Albtraum der Rückkehr des Taliban-Regimes in das Land, was dem afghanischen Volk leichter machte, an den Wahlen teilzunehmen um die Demokratie zu praktizieren und sie zu verteidigen.

Nach 18 Jahren wurden Strukturen für Demokratie und eine politische Ordnung in Afghanistan geschaffen. Meinungsfreiheit, Menschenrechte, Frauenrechte und das republikanische System sind Errungenschaften, die das afghanische Volk in den letzten zwei Jahrzehnten mit Blut verteidigt hat und die es nicht leicht haben will, sie zu verlieren.

Leidenschaftliche Präsenz des afghanischen Volkes im Wahlkampf und dann am Wahltag, bei der auch viele Menschen ums Leben kamen, zeigt, dass diese Menschen keinen anderen Weg als Demokratie und Toleranz für ein sicheres und stabiles Afghanistan nicht sehen und auf dieser Grundlage für Stärken der bestehenden politischen Ordnung, Aufrechterhaltung der Errungenschaften und Förderung der aufstrebenden Demokratie des Landes bei allem Druck und Leid gingen sie zu den Wahlen, um der Welt zu zeigen, dass es im modernen Afghanistan keinen Platz für autoritäre Regime der Taliban gibt und jeder Versuch, Afghanistan wieder autoritären Regimen wie den Taliban zuzuführen, ist von der afghanischen Bevölkerung abgelehnt und zum Scheitern verurteilt.

Afghanen, die die Hauptopfer der langen Krise des Landes sind, wollen nicht zurück in die dunkle und schmerzhafte Vergangenheit.

Sie sind sich der vielen Probleme in der gegenwärtigen Regierung bewusst, glauben jedoch, dass ihre Vergangenheit äußerst bedrückend ist. Wenn sie die zukünftigen Probleme überwinden, gelangen zu einer wünschenswerten Zukunft. Sie sind bereit, Opfer zu bringen, um diese wünschenswerte Zukunft zu erreichen.

Der Artikel wurde von Mortaza Rahimi aus dem Farsi ins Deutsche übertragen.

Schlagworte dieses Artikels
, , , , ,
Geschrieben von
Mehr von Mortaza Rahimi

„Tamaroz“ (Simulation) | Ein Film im Forum des jungen Films der Berlinale

Tamaroz erzählt die Geschichte rückwärts: Vier Männer werden in eine Polizeistation gebracht....
mehr