Editorial | Wendepunkte

Coverfoto: Hareth Almukdad. Das Bild von Watheq Al-Ghrebawi ist bei einem Malprojekt in der Gemeinschaftsunterkunft Hohentwielsteig in Zehlendorf enstanden.

Unter dem Stichwort Wendepunkte fassen wir mehrere aktuelle Debatten zusammen:
 Zum einen berichten einige unserer Autor*innen von persönlichen Wendepunkten, die sich auf das individuelle Leben beziehen. Bei Ava Rohani war es die bittere, diskriminierende Aussage einer Mitarbeiterin des Job-Centers, die sie zu einer Wende ihres Lebens veranlasst hat. Bakr Al-Ajyawee berichtet von einigen dramatischen Wendepunkten in seinem Leben, über deren Ausgang noch nicht entschieden ist. Hareth Almukdad stellt dagegen eher langsame, schleichende Veränderungen vor, die sich mit dem Prozess des Ankommens in ihm vollziehen.

Zum anderen werden gesellschaftliche Wendepunkte aufgezeigt. Im Bericht von Sakina Hanafi über Frauen in Dafur wird deutlich, was Krieg und Gewalt anrichten und welche Hoffnung auf Veränderung mit der Revolution im Sudan einhergeht. Mortaza Rahimi bleibt eher skeptisch, ob die Wahlen in Afghanistan tatsächlich endlich zur gewünschten Wende führen.

Der Klimawandel bedeutet für uns alle einem epochalen Wendepunkt unserer Geschichte. Er ist überall auf der Welt präsent und führt bereits vielerorts zu verheerenden Katastrophen wie Yvonne Schmitt am Beispiel des Iran zeigt. Wie sehr er unser aller Leben beeinflusst wird im Redaktionsgespräch deutlich, das Juliane Metz aufgezeichnet hat. Khatereh Rahmani wundert sich über die Unmengen von Verpackungsmüll und gibt Tipps zur Vermeidung. Mohammad Altellawi hat als Schüler das Thema für die Kinderseite aufbereitet.

Im Leben vieler deutschen Autor*innen stellt der Mauerfall einen zentralen historischen Wendepunkt dar. Zum 30-jähringen Jubiläum berichten einige (Kathrin Kowarsch, Stefan Hage, Juliane Metz und Rita Zobel) wie sie den 9. November erlebt haben: ob als Ossi in Ost-Berlin oder „im Tal der Ahnungslosen“ oder als Wessi aus dem Berliner Süden oder „am anderen Ende der Welt“. Hareth Almukdad zeigt, dass sich die „Berliner Mauer“ auch in syrischen Sprichwörtern wieder findet.

Auch die 12. Ausgabe der kulturTÜR präsentiert sich mit ergreifenden Gedichten, köstlichen Gerichten und mit wärmsten Empfehlungen zum Kunstgenuss.

Viel Spaß beim Lesen!

Die kulturTÜR Redaktion

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