Special Screening #387

Wie können weitere Schiffs-Katastrophen im Mittelmeer verhindert werden?

 

Diese dringliche Frage stellten sich mehr als 50 Gäste der Villa Mittelhof in Berlin-Zehlendorf, nachdem sie eine Sondervorführung der investigativen Dokumentation #387 gesehen hatten. Der Film beschäftigt sich mit den intensiven Bemühungen italienischer Behörden, Menschen, die bei ihrer Flucht übers Mittelmeer am 18. April 2015 ertrunken sind, zu identifizieren. Dabei handelt es sich um das größte Schiffsunglück seit dem 2. Weltkrieg, bei dem weit mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen sind.

Ein Anliegen der anwesenden Co-Autorin, Cécile Debarge, ist, sich um die Namen der ertrunkenen Menschen zu bemühen. Einerseits möchte sie damit den bisher zum großen Teil namenlos gebliebenen Ertrunkenen einen Teil ihrer Würde zurückgeben. Andererseits will sie den Hinterbliebenen, die nach wie vor hoffen, dass sich ihre Angehörigen noch melden, Sicherheit geben, damit das lange Warten ein Ende hat und sie sich ihrer Zukunft zuwenden können. Der Film löste im Publikum große Betroffenheit aus.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Kathi Bach von Sea-Watch, Hareth Almukdad von der kulturTÜR und Judith Klimin vom Suchdienst des DRK-Landesverband Berliner Rotes Kreuz e. V., die von Sabine Pfuhl vom Mittelhof e.V. moderiert wurde, ging es dann auch darum, welchen Beitrag jede*r einzelne dazu leisten kann. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Lage in Griechenland und der Türkei ist das Thema leider wieder sehr aktuell.

Das Screening war eine Kooperation zwischen dem EPRIE Projekt #387 im Korea Verband e.V., der kulturTÜR, der DRK Berlin Südwest gGmbH und dem Mittelhof e.V.

 

Geschrieben von
Mehr von Rita Zobel

Der Mauerfall vom anderen Ende der Welt aus betrachtet

Einer der beeindruckendsten Tage meines Lebens war der 9. November 1989. Ich...
mehr