Alltag auf Abstand

Was ändert sich durch die Corona-Krise an unserem Leben? Welche Erfahrungen machen wir damit in unserem Alltag? kulturTÜR-Autor*innen berichten.

 

Streifenfreie Liebe

von Stefan Hage

Draußen wird es immer schöner und die Sonne lässt mich die Corona-Krise fast vergessen. Im Park liegen – natürlich auf Abstand, kurze Hosen tragen, Fahrrad fahren, Sonne tanken und Eis essen… toll! Ich liege auf der Picknickdecke und schaue in den unverschämt blauen Himmel und spüre wie ich mich in dieses betörende Blau verliebe und plötzlich denke ich, nanu, hier stimmt was nicht!


Ich kenne den Himmel über Berlin schon seit vielen Jahren. Er ist schon immer von Flugzeugen zerpflügt. Da gibt’s eigentlich keine Momente, an denen man keine Flugzeugstreifen sieht. Es fliegen in Coronazeiten fast keine Flugzeuge. Unser Klima darf endlich mal tief Luftholen, ohne sich zu vergiften. Und ich darf diesen unverschämt blauen Himmel erleben – einen ganzen Lockdown lang. Für den Rest des Tages lässt mich dieser Gedanke nicht mehr los. Ständig schiele ich nach oben, sehr aber zu keiner Zeit einen Streifen! Unbeschwert genieße ich meine neue streifenfreie Liebe für das Himmelblau. Am 15. Juni schließt angeblich der Flughafen Tegel – wahrscheinlich sogar für immer. Bis zum 31. Oktober bleibt Berlin streifenfrei. Dann aber öffnet der BER – schade eigentlich.

 

Veränderungen am Wegesrand

von Yvonne Schmitt

In dieser Corona-Zeit beobachte ich bei meinen Spaziergängen viele Veränderungen auf unseren Wegen. Da wird renoviert und ausgemistet und der Hausstand wird in den Vorgärten zum Mitnehmen angeboten. Es gibt alles: Blumen, Geschirr, Elektrogeräte und sogar ein Schaukelpferd. An einer der vielen geschlossenen Kirchen sah ich ein Schild: „Hoffnung to go“ und in Holzkisten vor der Kirchentür lagen Kerzen und Texte für den eigenen Gottesdienst zu Hause. Ein Plakat an einem Auto ruft „Gemeinsam gegen den Lagerkoller“ auf und bietet online ein Fitnessprogramm an.

Ein Bild, das Haushaltsgerät, Kühlschrank, Text, bedeckt enthält. Automatisch generierte BeschreibungAber was oft sehr liebevoll ausgestellt wird sind die zahlreichen Bücherkisten vor Häusern und in den Vorgärten. Vor dem Eingang einer Kita prangt ein besonders schönes Plakat, das mich sofort angelacht hat. Kreativ bunt ausgemalte Buchstaben, die Tiere und Pflanzen darstellen, locken auch mich mit den Worten: „Schöne Bücher gegen langweilige Zeiten.“
Schnell werde ich unter Romanen, Sach- und Kinderbüchern fündig.

Wer mag das wunderschöne Plakat gemalt haben? Eine Dame, die neuen Büchernachschub in die Kiste legt, verrät mir, dass es ein junges, begabtes Mädchen aus ihrer Paulus-Gemeinde am Hindenburgdamm in Lichterfelde gewesen sei.
Der Weg dorthin lohnt sich.

 

Das gleiche Hobby

von Hareth Almukdad

Während der langen Zeit, die ich derzeit zu Hause verbringe, ist mir aufgefallen, dass ich mit meiner Tochter Maria das gleiche Hobby teile. Ich bemerkte, dass sie die ganze Zeit versuchte, Bilder zu machen, einmal mit dem TV-Controller und wieder mit dem Taschenrechner. Also habe ich beschlossen, täglich zusammen mit ihr zu trainieren, damit sie die Kamera benutzen und echte Fotos machen kann. Da verbringen wir viel Zeit miteinander. Und obwohl ihr das viel Spaß macht, sehnt sie sich nach dem Kindergarten und wartet darauf, dass er bald wieder öffnet.

 هواية بالوراثة

حارث المقداد

خلال الوقت الطويل الذي أقضيه حالياً في البيت. لاحظت أنني أتشارك مع ابنتي ماريا، نفس الهواية. لاحظت أنا أنها تحاول طوال الوقت التقاط الصور، فمرة تستخدم جهاز تحكم التلفاز، ومرة أخرى الآلة الحاسبة. فقررت أن نتدرب سويةً يومياً على استخدام الكاميرا ومحاولة التقاط صور حقيقة. نقضي وقت ممتع معاً، لكنها مازالت تشتاق للروضة وتنتظر أن تعيد فتح أبواب

 

Auf einmal sind wir Helden

von Mark Abdelnour

Ich mache mich auf meinen Weg zur Arbeit, ganz normal, und im Hinterkopf schwebt das Wort „Corona“. Seit einiger Zeit ist es klar, dass die Krankheit nicht harmlos ist. Seitdem die ersten Fälle in Deutschland auch bestätigt wurden, steigt die Panik. An sich habe ich keine Angst vor der Krankheit, da weder ich noch meine Familie zu einer Risikogruppe gehören, ich möchte nur keine Gefahr für andere sein. Allerdings, als ich bei der Arbeit ankomme, bemerke ich, dass ich doch Angst habe. Nicht vor der Krankheit, sondern vor den Menschen. Schon auf dem Parkplatz bemerke ich, dass es kein normaler Arbeitstag sein wird. Als ich in den Laden reinkomme, werde ich von der Filialleiterin darum gebeten, schnell zur Kasse zu gehen, da es sehr voll ist. Auf dem Weg zum Büro, um meine Geldlade zu holen, habe ich gesehen, wie leergekauft unser Laden ist und dass wir nicht hinterherkommen mit dem Auffüllen. Ich hole mir meine Kasse und fange an zu kassieren. Manche Kunden bedanken sich, dass ich zur Arbeit komme und manche sind angeekelt, weil ich keine Handschuhe trage – ich habe nur keine, weil die Regale leergekauft wurden. Alles ist hektisch, aber man muss professionell bleiben. Viele Kunden schenken uns Schokolade, sodass unser Pausenraumtisch voll mit Süßigkeiten ist. Nur, macht das irgendetwas besser? Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Schutzmaßnahmen ergriffen, wie auch, da keiner zu dem Zeitpunkt wusste, wie man die mögliche Übetragung verhindert. Ich habe mich anfangs nicht wie ein Held gefühlt, sondern wie ein Opfer. Komplett ohne Schutz den Gefahren ausgesetzt zu sein, um meine eigenen Rechnungen zahlen zu können. Die Panik bei den Menschen steigt und auch Kollegen von mir wurden körperlich angegriffen oder mit Dosen beworfen (die noch im Regal standen). Auch ich wurde beschimpft und fotografiert.

Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt. Wir haben einen Security-Mann vor dem Laden und es wurden sinnvolle Schutzmaßnahmen eingeleitet. Obwohl es immer wieder Hamsterkäufe gibt, schaffen wir es immer noch, alles wieder schnell aufzufüllen, sodass die Kunden davon nichts zu spüren bekommen.

Wie ein Held fühle ich mich trotzdem nicht, aber ich fühle mich zumindest sehr wohl bei der Arbeit. Auch nachdem ich die Frage, ob wir Toilettenpapier noch hinten im Lager hätten, über 50-mal täglich gehört habe, bin ich froh, dass ich noch arbeiten darf. Man muss auch zugeben, dass die Situation unseren Zusammenhalt als Kollegen gestärkt und die Arbeitsatmosphäre deutlich verändert hat. Es ist auch schön, die Anerkennung zu bekommen und die Wertschätzung, dass unser Job wichtig ist, aber es wäre schön, wenn wir dies auch nach der Krise erfahren würden. Und das wäre mein Appell an Sie! Ein kleines Lächeln als Dankeschön, wenn Sie Ihren Kassenbeleg ablehnen oder mitnehmen, würde uns reichen.

 

Der Vorleser aus dem Wohnzimmerstudio

von Stefan Hage

Besonders für die Kinder zuhause ist es wichtig, gute und abwechslungsreiche Tagespläne zu haben. Die Gestaltung dieser ist für die Eltern eine echte Herausforderung. Viel Zeit verbringen wir mit dem gemeinsamen Lesen und Anschauen von Kinderbüchern.

Neulich kam ein Link von der Schule zu einer Internetseite, auf der „von 8 bis 8“ Uhr Kinderbücher vorgelesen werden. Wir entschlossen uns, spontan mal „reinzuhören“. Da las doch tatsächlich eine Frau eines der Lieblingsbücher meiner Kinder: „Das Neinhorn“. Sofort bekam sie unsere volle Aufmerksamkeit. Schnell aber folgte die Ernüchterung. Sie sprach die Namen der vier Hauptdarsteller ganz anders aus als Papi es tut. Sie schauten mich an und fragten, warum nicht ich das Buch vorlese. Ich wusste keine Erklärung, denn es gab keine.

Also habe ich per Email angefragt, wie man als Vorleser mitmachen kann. Die Antwort kam innerhalb von Minuten. Am Folgetag hatte ich den Techniktest und noch einen Tag später war ich zum ersten Mal auf Sendung direkt aus unserem Wohnzimmer hinaus ins Internet.
Meine größten Fans saßen auf dem Sofa und haben live miterleben können, wie ich ihre Lieblingsbücher vorgelesen habe. Für mich ist es eine gute Gelegenheit mit anderen Kindern in meinem Bekanntenkreis in Kontakt zu bleiben, obwohl wir uns nicht besuchen können.
Schaut doch mal rein:

Vorlese-Kalender

 

Das Corona-Monster

von Thomas Luthmann

Die Krise begleitet uns alle nun schon beinahe zwei Monate. In dieser Zeit habe ich das, was passiert ist, oft genug nicht verstanden. Ausgerechnet meine kleine, vierjährige Tochter hat mich dann immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. „Weißt du, Papa“, erklärte sie mir einmal, als wir im Supermarkt vor einem riesigen Regal ohne Toilettenpapier standen, „das ist wegen dem Corona-Monster. Das ist ein Virus!“

Einfacher wurde der Alltag dadurch freilich nicht. Meine Frau und ich arbeiten beide. Sie ist Krankenschwester und systemrelevant, ich arbeite beim DRK Steglitz-Zehlendorf in einem der Krisenstäbe mit. Die Aufgaben mehren sich, sind mehrheitlich anspruchsvoll und noch enger als sonst getaktet. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommt uns unter diesen Bedingungen manchmal vor wie eine Herkulesaufgabe.

Aber auch dafür hält meine kleine Tochter die richtigen Worte bereit: „Weißt du, Papa, wenn das Corona-Monster nicht Ruhe gibt, dann kommt die Polizei und sperrt es ein.“ Ich schließe sie amüsiert in die Arme. Ein schöner Gedanke. So soll es sein.

 

Home-office in Nachtschicht

von Mortaza Rahimi

Als Familienvater und Student habe ich mir viel Mühe gegeben, Studium, Arbeit und Familienleben auf einen Nenner zu bringen. Mein großes Ziel war, das Studium rechtzeitig zu beenden. Alles lief bis gut – bis zum Corona-Ausbruch und den Anfang der Ausgangsbeschränkung. Gerade Mitte März, als die Kitas, Schulen und Bibliotheken geschlossen wurden, hatte ich die letzte Klausur zu schreiben.

Mein Problem war, dass ich keinen ruhigen Platz finden konnte, um mich für die Klausur vorzubereiten, weil die Kinder zuhause waren. Dann lernte ich im Auto und so ging die Klausur schief.
Und wegen dieser einzigen Klausur, könnte mein Studium jetzt um sechs Monate verlängert werden.
Jetzt mache ich ein Praktikum und arbeite im Home-Office. Aber am Tag lassen mich die Kinder nicht arbeiten. Deswegen erledige ich alles in der Nacht, während die Kinder schlafen. Home-office in Nachtschicht.

Dennoch hat es auch etwas Gutes: im letzten Monat habe ich so viel Zeit mit meiner Familie und insbesondere mit den Kindern verbracht wie noch nie. Und das macht mich glücklich.

Trotz der großen Herausforderungen bin ich froh, dass ich jetzt mehr Zeit für meine Familie habe. Und die nutze ich und fahre täglich mit der ganzen Familie, also mit meiner Frau, meiner fünfjährigen Tochter und meinem zweijährigen Sohn, Fahrrad.

Das sind schöne Momente in diesen schweren Zeiten, die ich nie vergessen werde.

 

Corona voller Dornen

von Kathrin Kowarsch

Das Gute im Leben und in den Menschen schien zu diesem Osterfest besonders gut versteckt. Aber wir haben es dennoch finden können, wenngleich ohne traditionelle Familienrunde. Dafür waren wir viel in der Natur und sind dabei auch auf allerlei wilde Tiere gestoßen. Hier in den einstigen Rieselfeldern wohnen ja Wildrinder und -pferde, und in und um den nahen Gorinsee tummeln sich derzeit Massen von Kröten, die ungeniert und ohne Distanz aufeinander hocken, während wir Zweibeiner vom Barnimer Ordnungsamt freundlich verscheucht wurden.

Angesichts der Krisenzeiten sollte uns die Auferstehung in diesem Jahr besonders gut gelingen, auf dass die Welt wieder zu sich selbst komme. Jesus mit der Dornen-Corona … fällt mir da ein.

Übrigens schrieb der deutschsprachige Dichter Paul Celan im Jahr 1948 ein grandioses Gedicht namens „Corona“. Wenngleich in völlig anderem Zusammenhang, seien hier dennoch einige Zeilen zitiert:

… Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn:
die Zeit kehrt zurück in die Schale …

… es ist Zeit, dass man weiß!
Es ist Zeit, dass der Stein sich zu blühen bequemt,
dass der Unrast ein Herz schlägt.
Es ist Zeit, dass es Zeit wird.

Es ist Zeit.

 

Familienleben

von Sakina Hanafi

Wie gestaltet sich mein Leben in Zeiten der Corona-Krise? Ich bin mit meinen beiden Töchtern zuhause. Diese schwierige Zeit hat auch eine positive Seite, nämlich ein Zusammensein mit der Familie, wie wir es an normalen Tagen selten haben. Neulich saßen wir abends alle zusammen, um einen Film im Fernsehen zu sehen. Am Boden saß meine Tochter Reem und versuchte, Gitarre zu spielen. Wenn wir so zusammen sind, vermissen wir den Vater noch mehr als sonst. Er ist immer noch im Sudan ist und wir hoffen, uns bald zu treffen.
Und wenn Sie jetzt zuhause bleiben, sehen Sie Ihre Lieben auch bald wieder.

جلسة عائلية

سكينة حنفي 

في زمن  الكورونا. ونحن في الحجر الصحي المنزلي.. هناك جانب إيجابي لهذه الفترة وهو اجتماع الاسرة فنادراً ما نجتمع في الأيام العادية..

 جلسنا ذات امسية لحضور فلم في التلفزيون وعلي الأرض جلست ابنتي  ريم تحاول عزف الجيتار…. كان ينقصنا الاب فهو مازال في السودان  ونتمنى أن يجتمع شملنا قريبا..

ابقوا في منازلكم، لتتمكنوا من لقاء أحبابكم مرة أخرى

 

Die Geschichte vom tapferen Schneider

von Yvonne Schmitt

Seit vielen Jahren gehe ich zu einem türkischen Schneider um die Ecke.

Was hat er alles schon für mich geändert, repariert und genäht: Hosen, Mäntel, Rucksäcke, Lederjacken.

Mit seinem Bruder hat er sich ein kleine Änderungsschneiderei mit einem guten Kundenstamm aufgebaut. Aber auch die beiden mussten vor einigen Wochen ihr Geschäft schließen. Immer, wenn ich dort vorbei gehe, denke ich: Hoffentlich schaffen die beiden das! Es wäre zu schade, wenn das Corona-Virus ihre ganze Arbeit zunichte machen würde.

Kürzlich ging ich wieder am Geschäft vorbei – und staunte: Die Tür stand offen, die Sonne schien in den Laden und der Schneider lachte, er war richtig gut gelaunt. Ich ging mit meinem provisorischen Mundschutz hinein und sah sie überall hängen:

Mundschutzmasken: bunte, unifarbene, karierte, geblümte, mit dickerem Baumwollstoff für Männer und dünnerem für Frauen. Wie kommt das?, habe ich ihn gefragt. Er erzählte mir von einem Kunden, der Arzt in der Nachbarschaft ist, und ihn anrief, weil er dringend für sich und sein Praxisteam Mundschutzmasken brauchte. Glück im Unglück, kann man da sagen.
Seitdem ist sein Geschäft wieder geöffnet, die Nachfrage ist groß und ich habe natürlich auch mehrere Masken gekauft.

 

 

 

Vom Heidschnuckenweg in Buxtehude

von Janneke Campen

Mein Lieblingsort ist weit und grün.
Er ist erst Moor, dann Wald, dann Heide.
Er reicht sogar bis nach Berlin
– doch meine Beine nur eine kurze Weile.

Mein Lieblingsort heißt Draußen.

Bei Stillstand bringt er Wandel;
Ausweg, wenn Decken auf Köpfe fallen.
Er bietet auch auf Abstand Platz für alle
und Grün in dicken, runden Ballen.
Selbst wenn ich schrei‘ hält er mich aus
und schickt verwandelt mich nach Haus‘.

 

Ganz relaxed den Kaffee auf dem Balkon genießen

von Khatereh Rahmani

Bisher war ich immer sehr aktiv und viel unterwegs, aber jetzt muss ich zu Hause bleiben, damit sich der Corona-Virus nicht so schnell verbreitet. Trotz aller Beschränkungen hat das Zuhause-bleiben auch eine gute Seite für mich. Ich habe jetzt viel Zeit zum Kochen und kann auf dem Balkon ganz relaxed meinen Kaffee genießen. Aber ich freue mich schon sehr darauf meine Freunde wiederzusehen und zu umarmen, wenn die Corona-Krise überstanden ist.

 

 

Der Ku(h)’damm am Stadtrand

von Rita Zobel

Bis vor kurzem habe ich ein Ritual gepflegt: den Spaziergang am Sonntagnachmittag! Meist ging ich denselben Weg lang: am Stadtrand über den Mauerstreifen hinweg in ein verwildertes Wäldchen, an einer Weide vorbei und an großen Feldern entlang, die einen freien Blick bieten. Für mich bedeutete das: Erholung pur.

Seit ich wegen der Corona-Krise im Home-Office arbeite, bin ich anfangs fast jeden Tag raus. Aber nun ist es mit der Ruhe vorbei: Statt ein paar einsamen Spaziergängern oder Gassi-Gehern, begegne ich jetzt vielen Menschen in unterschiedlichen Gruppierungen und fühle mich wie im Sommer auf dem Ku’damm. Auf den kleinen Trampelpfaden komme ich kaum noch im gebührenden Abstand an anderen Menschen vorbei. Auch mit Kinderwägen oder Fahrrädern bahnen sie sich ihren Weg abseits vom befestigten Mauerweg. Und schon weiten sich die Pfade, bekommen eine zweite Spur und werden zu immer breiteren Trassen. In die großen Felder, die ich umrunde, werden immer größere Schneisen geschlagen, damit die Menschen dennoch auf Abstand aneinander vorbeilaufen können.Um das zu vermeiden, versuche ich entweder schon am frühen Morgen zu gehen und wenn es warm ist, bleibe ich einfach zuhause.

 

Ein schöner Film – mit Abstand

von Yvonne Schmitt

Wie gerne wäre ich weiter in mein Lieblingskino in Dahlem gegangen! Aber Corona hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als ich mir dieser Tage bei herrlichem Sonnenschein die Beine vertreten habe und an meinem Lieblingskino vorbeikam, lief da ein besonders schöner Film:

Diese solidarische Geste hat mich sehr getröstet.

 

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