Das Ansan Ensemble Internationale Musik auf anderen Wegen

Fotos: Ansan

„Ansan” bedeutet im Persischen ein „anderer Weg”. Die vier Musiker des Ansan-Ensembles widmen sich persischer Musik und Dichtkunst, sowie Musik aus Israel und Indien mit Einflüssen durch Rock, Blues und Jazz.

Die Bandmitglieder haben durch ihre Liebe zur Musik mit Einflüssen aus unterschiedlichen Ländern zusammengefunden, mit deren Fusion sie einen anderen Weg beschreiten und eine einzigartige Gemeinschaft bilden. Die Band wird von dem in Berlin lebenden Instrumentalmusiker Siamak Moghaddam geleitet. Siamak spielt Sitar, Tanbur (beides Langhalslauten) und Daf (Tamburin). Zudem komponiert und arrangiert er die Musikstücke. Doron Furman bedient virtuos Oud (eine Kurzhalslaute) und Bass. Er ist bekannt für seine Improvisationen. Der indische Komponist Dr. Vijay Kannan flötet auf der Bansuri, eine Querflötenart aus Bambus. Und Manan Goldstein aus Israel bereichert die Gruppe mit Percussion. Das Ansan Ensemble vertont die Gedichte von Hafiz, Molavis, Bidels und weiterer Dichter in einer ausdrucksstarken Art.
Unsere Autorin Khatereh Rahmani hat für das Magazin „kulturTür” ein Interview mit Siamak Moghaddam geführt.

 

 

Wann und wo haben Sie mit der Gründung des Ansan Ensembles begonnen?
Ich wollte gerne Musiker aus verschiedenen Ländern zusammen bekommen. Den ersten Anstoß hatte ich schon vor 15 Jahren in den Niederlanden, aber da hat es leider nicht mit einer Band geklappt. Jetzt bin ich in Berlin und habe vor fünf Jahren das Ansan-Ensemble gegründet. Mit den jetzigen Musikern spiele ich seit zwei Jahren zusammen.

Was haben Sie in dieser Zeit geschafft?
Wir haben in diesen zwei Jahren an diversen Konzerten und Festivals teilgenommen. Unter anderem am Mystic
Festival in Rotterdam und bei vielen Berliner Veranstaltungen wie
Ost Post, Warm Sound und Tango Loft und viele mehr. Darüber hinaus waren wir auch bei einigen
Live-Streams beteiligt.

Welche Bedeutung hat die Musik aus Ihrer Sicht?
Aus meiner Sicht ist die Musik „das Leben”! Musik ist Kommunikation ohne Sprache und Ort. Sie ist eine internationale Sprache, die weltweit verstanden wird und die Menschen verbindet. Selbst wenn sie einander nicht kennen.
Das Ziel der Gründung dieser Band ist doch der Beweis der Internationalität von Musik. Beim Musizieren bekomme
ich das Gefühl von Freiheit. Das erlebe ich auch bei meiner Meditation. Bei den Konzerten kann ich mich verwirklichen und freue mich, mit den Zuschauern kommunizieren zu können. Ich bringe unsere Zuschauer dazu, wenn auch nur für kurze Zeit, aus der Warte der Musiker gemeinsam mit uns zu denken.

Erzählen Sie uns, was Sie über andere Musikrichtungen denken?
Aus meiner Sicht ist Musik, ungeachtet von Stil und Genre, eine gute Sache. Wir verwenden eine Mischung aus verschiedenen Musikstilen. Das Herz des Ansan Ensembles ist für alle Musikstile offen. Wir konnten uns nicht auf
einen bestimmten Musikstil einigen und deshalb haben wir uns für einen Mix aus verschiedenen Richtungen entschieden.

Wie ist die Reaktion der Zuhörer*innen, insbesondere der Deutschen?
Unsere Zuhörer*innen und Zuschauer*innen rekrutieren sich international und ihre Reaktionen waren immer gut. Sie zeigen sich meistens begeistert und sagen, dass die Kommunikation gut war und sie dergleichen nirgends gehört hätten. Das gibt uns neue Motivation und Tatkraft.

Was ist mit Corona und den damit verbundenen Einschränkungen?
Wir haben in diesem Jahr viele Konzertveranstaltungen und Festivals absagen müssen. Es war sehr schmerzhaft. Wir haben die Zeit genutzt, mehr zu komponieren und sind dabei, ein komplettes Album unserer Arbeiten zusammenzustellen. Momentan sind wir mit den Studio-Aufnahmen beschäftigt.
Ich bin auch Musiklehrer, und auch da wurden sämtliche Unterrichtseinheiten storniert.

Was ist Ihr Plan für die Zeit nach Corona?
Wir haben keine Ahnung, wie lange diese Situation sich fortsetzen wird und können momentan keine Pläne schmieden. Aber wir warten sehnsüchtig darauf, dass wir bald wieder durchstarten und auftreten können.

Was animiert und motiviert Sie neue und noch bessere Werke darzubieten?
Eine unserer treibenden Kräfte sind immer die Zuschauer*innen und deren Lob und Begeisterung.
Wir sind permanent bemüht, uns weiter zu professionalisieren und uns zu verbessern. Für uns ist die Musik der Sinn des Lebens.

Haben Sie für uns noch ein abschließendes Wort?
Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Normalität wieder einkehrt und dass die Menschen gesund bleiben, damit wir ihnen bei unseren Auftritten wieder begegnen können.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Ins Deutsche übertragen von Mohammad Schams, Parsi Sprachendienste

Geschrieben von
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