Corona-Pandemie

Fotos: Basar Hamdoun

Jedes Land der Erde ist von der COVID 19-Pandemie betroffen und kämpft seinen eigenen Kampf. Hier berichten kulturTÜR-Autor*innen von Ländern, denen sie nahe stehen. Manche von ihrem Heimatland, andere von einem Land, in dem sie einige Zeit verbracht haben. Was ist ihnen gemeinsam und worin unterschieden sie sich?

kulturTÜR-Autor*innen berichten

 

Zur Impflage in SYRIEN

von Hareth Almukdad

Wie bei anderen Themen dominieren im Assad-Regime auch bei der Corona-Pandemie die Lügen. So verzeichnet das syrische Gesundheitsministerium seit Beginn der Krankheit bis zum Ende März 2021 nur 15.000 Infektionsfälle. 

In Bezug auf den Impfstoff erklärte der Gesundheitsminister mehrmals, dass Impfstoffe gegen das Virus angekommen wären, weigerte sich jedoch, die Quelle dieser Impfstoffe offenzulegen. Dann kündigte China an, der syrischen Regierung etwa 150.000 Dosen Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Einige Tage später gab die israelische Presse bekannt, dass die israelische Regierung über Russland mit dem Assad-Regime vereinbart hatte, Zehntausende Dosen von Impfstoffen bereitzustellen – im Austausch sollte ein israelisches Mädchen, das versehentlich die Grenze nach Syrien überquerte und von der syrischen Armee festgenommen wurde, freigelassen werden. Bis Anfang März war noch kein syrischer Staatsbürger geimpft worden, aber einige Apotheken haben mit dem Verkauf insbesondere des russischen Impfstoffs begonnen.

كورونا٫ سلاح الأسد الجديد

حارث المقداد

كغيرها من المواضيع تعامل نظام الأسد مع جائحة كورونا بالكثير من الكذب والقليل من الصدق. حيث

 سجلت وزارة الصحة السورية منذ بداية انتشار المرض، فقط ١٥ ألف حالة إصابة. أما بخصوص اللقاح صرح وزير الصحة عدة مرات عن وصول لقاحات ضد الفيروس ولكنه رفض الكشف عن مصدر تلك اللقاحات،. لتعلن بعدها الصين بأنه ستزود الحكومة السورية بقرابة ١٥٠ ألف لقاح، وبعد ها بأيام كشفت الصحافة الإسرائيلية أن الحكومة الإسرائيلية اتفقت مع نظام الأسد عن طريق روسيا بتزويدها بعشرات آلاف اللقاحات مقابل إطلاق سراح فتاة إسرائيلية عبرت الحدود باتجاه سورية عن طريق الخطأ و اعتقلتها الجيش السوري. ولكن حتى بداية شهر آذار لم يتم تطعيم أي مواطن سوري، ولكن هناك بعض الصيدليات بدأت ببيع اللقاح الروسي بشكل خاص

Zum Impfen in SAUDI-ARABIEN

von Rania Joha

Eine der wichtigsten Entscheidungen der saudischen Regierung während der Corona-Pandemie war es, die Pilgerfahrten nach Mekka zu verbieten. Dies betrifft sowohl die große Pilgerfahrt, den Haddsch, der nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr durchgeführt werden kann, als auch die kleineren Pilgerfahrten, die Omrah, die während des ganzen Jahres stattfinden können. Infolge dieser Entscheidung hatte das Königreich Saudi-Arabien großen wirtschaftlichen Schaden zu erleiden. Aber dies trug maßgeblich dazu bei, die Ausbreitung der Krankheit weltweit einzudämmen. Denn Saudi-Arabien empfängt während der Hajj-Saison jährlich fast vier Millionen Menschen aus verschiedenen Ländern der Welt. 

Als das saudische Volk hörte, dass sein Land eines der ersten Länder sein würde, das einen Impfstoff erhalten soll, hatten die Menschen widersprüchliche Gefühle. Die einen begrüßten es, die anderen hatten Angst davor. Um die Menschen zu beruhigen, war König Salman Prinz Muhammad einer der ersten, der den Impfstoff erhielt. Das wurde positiv aufgenommen und die Impfbeteiligung der Menschen war in allen festgelegten Gruppen und in den unterschiedlichen Altersgruppen gut und verläuft weiter gut. 

 لقاح الكورونا في السعودية 

رانيا جحا 

كان أحد أهم القرارات المهمة التي اتخذتها الحكومة السعودية خلال جائحة كورونا هو إيقاف الحج والعمرة، رغم الضرر الاقتصادي الكبير الذي وقع على المملكة نتيجة هذا القرار ولكنها ساهم في تخفيف انتشار المرض على مستوى العالم ، في موسم الحج مثلاً يستقبل سنوياً قرابة أربعة ملايين حاج من مختلف دول العالم.

و حين سمع الشعب السعودي عن اللقاح وأن بلاده ستكون من أوائل الدول التي تسبق في أخذه
تملكت الشعب مشاعر متضاربة فهناك من يؤيد وهناك من هو متخوف منه، فما كان من قيادة السعودية إلا أن كان الملك سلمان  وولي العهد الأمير محمد  من أوائل من أخذوا اللقاح، كي يطمئن الناس وتهدأ نفوسهم ، و قد كان لذلك صدى إيجابياً جيداً إذا أنه قد نفدت الكمية الأولى من اللقاح وينتظرون المزيد وكان إقبال الناس على تلقي اللقاح جيداً،  وذلك حسب القوانين المتعبة والفئات العمرية المحددة في كل مرحلة،  نسبة من تم تطعيمهم  مقارنة بعدد السكان ١،٣٪‏.

 

Alles nur Show? – Corona-Schutzmaßnahmen in ÄGYPTEN

von Roxanne Honardoost

Über die Corona-Pandemie in Ägypten zu schreiben stellt sich als eine kleine Herausforderung dar, denn eigentlich gibt es in Ägypten keine Pandemie. Das öffentliche Leben ist den Ägypter*innen und auch mir als Austauschstudentin (im Herbst 2020) im Großen und Ganzen geblieben. In der Hauptstadt Kairo, in der schätzungsweise 25 Millionen Menschen leben, hat sich seit dem Ausbruch im Frühling 2020 nicht allzu viel geändert. Die Innenstadt ist immer noch gut besucht, laut und lebendig. Das Ägyptische Museum ist voll und die Restaurants sind bis spät in die Nacht offen. Von Social Distancing wird zwar viel geredet, aber in der Realität hält sich niemand dran. Dicht bei dicht steht man im Basar Khan El-Khalili zusammen und bummelt, als hätte sich nichts geändert.

Schutzmaßnahmen gibt es natürlich im öffentlichen Leben auch, allerdings dienen diese eher der Schau als der Eindämmung des Virus. An jeder öffentlichen Eingangstür steht jemand, um sicherzustellen, dass die Besucher eine Maske aufhaben, wenn sie durch die Tür gehen. Meist wird man auch mit einem berührungslosen Stirnthermometer gescannt, um sicher zu gehen, dass man kein Fieber hat. Beim Betreten eines öffentlichen Platzes will man zwar mit Maske gesehen werden, sobald man allerdings dort ist, verfliegt der Anspruch, sie auch zu tragen. Viele Restaurants benutzen zum Schutz nur noch Plastikteller und -besteck, das nach einer Benutzung weggeworfen wird. Jedoch gibt es keine Beschränkungen bei der Anzahl der zugelassenen Gäste im Restaurant. 

Auch die Art und Weise, wie Corona diagnostiziert wird, wirft einige Fragen auf. In Ägypten gibt es zahlreiche Testmöglichkeiten. Ein negativer Test bedeutet allerdings nicht, dass man kein Corona hat. Laut den Ärzt*innen bestimmt nicht das Test-Ergebnis, ob man erkrankt ist, sondern ob man Symptome hat. Eine Quarantäne kann also auch noch nach einem negativen Test angeordnet werden, wenn die Symptome auf Corona hindeuten. Das Problem bei Corona ist allerdings, dass sich das Virus bei jedem Menschen anders zeigt. Wo die einen ihren Geschmacks- und Geruchssinn verlieren, haben andere Husten und Fieber und wieder andere haben nur ein wenig Kopfschmerzen. Wer entscheidet dann, ob man nun Corona hat oder eben nicht?

 

 

Ins Deutsche übertragen von Hareth Almukdad.

 

Auf unserer Webseite finden sie weitere Beiträge zu dieser Serie, ergänzt mit Artikeln zum Corona-Alltag in Prag und in Tokyo.

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