Fünf Jahre kulturTÜR

Foto: Dong-Ha Choe
Foto: Dong-Ha Choe

Im Salon zum fünfjährigen Jubiläum des mehrsprachigen Magazins kulturTÜR ging es um die Weiterentwicklung der kulturTÜR-Autor*innen. Sie gaben Einblicke in ihre beruflichen und persönlichen Entwicklungen und zeigten auf, welche Lernschritte sie vollzogen haben. Was hat die Autor*innen aus verschiedenen Ländern motiviert, bei der kulturTÜR mitzumachen und dabeizubleiben? Wie hat sich ihr Leben in den fünf Jahren verändert? Und was sind ihre großen Fragen heute?

 

„2015 und in den folgenden Jahren wurde viel ÜBER die Menschen geredet, die hier neu ankamen. Kaum jemand machte sich die Mühe, direkt mit ihnen zu sprechen. Mit der kulturTÜR wollten wir das ändern und ein Forum schaffen, das die Möglichkeit bietet, die Menschen für sich selbst sprechen zu lassen und ihre eigenen Geschichten zu erzählen, auch wenn sie die deutsche Sprache noch nicht beherrschen. Ein Forum, das auch für den Austausch offen ist, damit wir uns kennenlernen und als vielfältige Gesellschaft zusammenwachsen können.“

Eines meiner „Learnings“ aus fünf Jahren kulturTÜR ist, mich stärker gegen die Ungleichheit in unserer Gesellschaft einzusetzen, meine angelernten Rassismen aufzuspüren und zu hinterfragen, damit ich mich von ihnen befreien kann.

Rita Zobel

 

Ich habe im Kulturmagazin kulturTÜR ein wunderbares Talent entdeckt, das ich bisher noch gar nicht kannte. Denn ich habe nicht gewusst, dass ich gute Geschichten schreiben kann.

Sakina Hanafi

 

kulturTÜR bedeutet für mich Familie, in der ich in den letzten fünf Jahren viel gelernt habe. Das Magazin hat mir die Türen zu verschiedenen Kulturen geöffnet.

„Vor allem konnte ich meine Teamarbeitsfähigkeit verbessern. Durch die gemeinsame Bearbeitung der Texte mit den deutschen Kolleg*innen konnte ich auch meine Sprachkenntnisse verbessern, wodurch ich auch Fortschritte im Schreiben in deutscher Sprache gemacht habe.“

Mortaza Rahimi

 

Mein Weg in die deutsche Gesellschaft fand nicht in Sprach- oder Integrationskursen statt, sondern in der kulturTÜR. Hier habe ich nicht nur die deutsche Sprache gelernt. Hier bin ich ein Teil des Redaktionsteams und wirke bei den Entscheidungen mit. Denn Integration ist keine Einbahnstraße!

Hareth Almukdad

 

Die kulturTÜR war für mich die beste Gelegenheit, die deutsche Gesellschaft besser kennenzulernen, und darüber hinaus auch noch ganz andere Länder und Kulturen. Durch die kulturTÜR hat sich für mich eine Tür in die neue Welt geöffnet.

„Nicht nur in die Redaktion, in der ich bereits ein Praktikum absolviert habe, sondern auch in den Arbeitsmarkt, denn ich arbeite nun auch als Moderatorin für kulturTUBE, den Video-Podcast der kulturTÜR, und als Korrekturleserin für die persischen Beiträge im mehrsprachigen Magazin.“

Khatereh Rahmani

 

„Das Magazin kulturTÜR hat mir die Chance gegeben, andere Künstler*innen zu entdecken, um nicht nur ihre orientalische Kunst, sondern auch Kunst im allgemeinen in unserem Magazin vorzustellen.“

Boshra Mustafa

 

Mit dem Zusammentreffen vieler Menschen in der kulturTÜR fühle ich mich an zahlreiche Reisen in den Orient erinnert, wo auch ein Teil meiner Familie herkommt. Die Treffen lassen mich an viele Begegnungen dort denken und an die Düfte, das Essen, die Landschaften.

„Umso mehr machen mich die Fluchtgeschichten der Menschen hier traurig, die ihre Heimat oft unter schlimmsten Umständen verlassen mussten. Ihnen in der kulturTÜR zuzuhören, ihnen in der deutschen Sprache und Weiterbildung helfen zu können und sie zum Teil mit ihren jung gegründeten Familien zu erleben und damit Bereicherung in unserem vielseitigen Austausch zu erfahren, erfüllt mich mit Freude.“

Yvonne Schmitt

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