Ein Landgut in Berlin

Lohnende Ausflüge zur Domäne Dahlem

 

Gisela Sporberg

Vielen Menschen in Berlin ist die Domäne Dahlem bekannt als Ausflugsort, als Ort, an dem man Kindergeburtstage feiern, seltene Tierarten bestaunen und im Herbst hinter dem Traktor herlaufen kann, um Kartoffeln zu ernten. Wer schon länger in Berlin lebt, kennt die Domäne auch durch die Marktfeste, die dort gefeiert werden, wie das Frühlings- oder Erntefest oder die Adventsmärkte.
Nur wenige wissen wohl, wie es dazu kam, dass wir mitten in der Stadt so ein großes Landgut haben, denn das ist eine Domäne: ein landwirtschaftlicher Betrieb. Dass wir heute dort feiern, einkaufen, ins Museum gehen oder mit Ponys reiten können, haben wir einer Bürgerinitiative zu verdanken, die sich dafür eingesetzt hat, dass dieses Freilichtmuseum erhalten bleibt und nicht als Bauland genutzt wird.

Die auf der Domäne erhaltenen Häuser sind sehr alt, das Herrenhaus stammt aus dem Jahre 1560, der Pferdestall von 1830 und die Stellmacherei (also eine Werkstatt, in der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt werden) aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das Herrenhaus ist das älteste Wohngebäude in Berlin. Die Gutsbesitzer, die darin wohnten, verkauften 1841 das Dorf Dahlem an den preußischen Staat. Heute gibt es im Herrenhaus einen kleinen Shop, und man kann einen Kaufmannsladen und eine Fleischerei aus den 1920-er Jahren besichtigen. Im Hofladen kann man Brot, Eier, Gemüse, Milch, Kartoffeln, Salat und je nach Jahreszeit auch Kürbisse kaufen. Samstags gibt es einen kleinen Markt auf der Domäne.
2015 ist ein weiteres wichtiges Gebäude dazugekommen: „Das Culina-rium“. Beide Wörter, Domäne und Culinarium, kommen aus der lateinischen Sprache. Kulinarisch heißt so viel wie: gut essen. Im Culinarium gibt es auf drei Etagen die Ausstellung „Vom Acker bis zum Teller“.  Hier kann man sich über die Essgewohnheiten in Deutschland seit 1850 bis in die Gegenwart informieren. Im Dachgeschoss können Kinder spielen oder malen.
Zur Domäne Dahlem kommt man mit der U-Bahnlinie 3. Dort muss man in Dahlem Dorf aussteigen, und schon ist man auf dem Landgut.

 

Ein Gastbeitrag von Gisela Sporberg

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